Triathlon Buschhütten

von Julian Erhardt (Kommentare: 0)

Im Vorfeld war ich extrem heiß auf das erste größere Rennen der Saison, das „Race of the legends“ in Buschhütten.  Ich erhoffte mir am Ende des Tages eine Standortbestimmung im Vergleich zu einigen der besten deutschen Triathleten zu haben, um so in der Zukunft an möglichen Schwächen arbeiten zu können.

Beim Schwimmen lief es sehr gut, da ich mit Bene Seibt einen flotten Wasserschatten auf meiner Bahn hatte und so nicht einmal 100 Prozent in diesem frühen Stadium des Rennens geben musste.  Maßgeblichen Anteil hatte hieran auch mein Rebell Speedsuit von Sailfish, in dem ich mich sehr wohl fühle und super schwimmen kann.

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Auf Platz 8 liegend ging es dann nach den 1000 Metern im Wasser mit nur ca. 30 Sekunden Rückstand auf die Spitze um Flo Angert, Jens Roth und Andi Böcherer auf die Radstrecke. Auf das Rad gesprungen und ordentlich Tempo gemacht, wollte ich die Aufholjagd nach vorne starten, doch dann passierte leider ein Missgeschick. Im Stehen rutschte ich von meinem Radschuh ab und knallte einerseits mit meinem Körper auf das Oberrohr und andererseits mit meinem rechten Fuß auf den Boden. Bei um die 40km/h wurden so meine mittleren Zehen ordentlich vom Asphalt abgeschliffen. Wie auch immer, ich schaffte es immerhin, mich auf dem Rad zu halten und nach kurzer Zeit auch wieder den Fokus auf das Rennen zu richten. Den blutüberströmten Fuß packte ich einfach in den Radschuh und ab ging es auf die HTW, eine dreispurige, extra für das Rennen gesperrte Autobahn. Recht schnell fand ich in Horst Reichel einen radstarken Begleiter und wir konnten uns gut abwechseln und den Abstand zu Platz zwei und drei einigermaßen konstant halten.

Buschhuetten Rad.jpg

Einzig Andi Böcherer konnte sich mächtig vom kompletten Feld absetzten und so das Rennen bereits auf dem Rad vorentscheiden. Gegen Ende der 42km langen Radstrecke gingen mir zwar etwas die Körner aus, aber ich konnte dennoch an Position fünf liegend direkt hinter Horst Reichel die Wechselzone erreichen.

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 Nun kam der geschundene Fuß wieder ins Spiel, denn es ging über einen Ascheplatz zu den Laufschuhen, wobei  ich ordentlich Dreck am Fuß einsammelte. Zwar  ging der Wechsel in die Laufschuhe dann erstaunlich gut, die ersten Laufmeter fühlten sich aber dann an als hätte ich massive Blasen am rechten Fuß. Nichtsdestotrotz versuchte ich die Schmerzen einfach auszublenden und mich auf meine Stärke, das Laufen zu konzentrieren. Dies gelang mir auch in den ersten fünf von 9 Laufrunden sehr gut und so lag ich zu diesem Zeitpunkt auf Rang vier und hatte nur noch 30 Sekunden Rückstand auf Platz zwei und weniger als 10 Sekunden auf drei. Ich hätte wohl kaum motivierter sein können als in diesem Moment, mit dem Podium bei solch einem großen Rennen im Auge.

Buschhuetten Lauf.jpg

Dann jedoch kam es leider anders als erhofft. Dass ich kältere Temperaturen eher bevorzuge und es schon recht heiß war, war der eine Grund, dass ich etwas langsamer wurde. Der andere Grund war, dass ich nun auch immer stärkere Schmerzen im Fuß verspürte und der Blick auf meinen am Anfang des Rennens noch weiß/grauen Schuh nichts Gutes erahnen ließ.... dieser war nämlich mittlerweile ziemlich rot eingefärbt ..

Buschhuetten Schuhe.JPG

So wurde ich noch vom laufstarken Russen Dennis Vasiliev überholt und in der letzten Runde konnte auch noch Julian Mutterer auf mich aufschließen. Ich versuchte noch einmal alles und lief die Hälfte der Runde direkt hinter Julian her. Dann setzte ich im leichten Bergaufstück die Attacke und konnte auch eine Lücke reißen. Bergab musste ich dann jedoch feststellen, dass der Antritt wohl etwas zu hart war und musste mich beinahe übergeben und so auch den stark laufenden Julian ziehen lassen und mich mit Platz 6 begnügen. Vor dem Rennen wäre ich mit dieser Platzierung in so einem starken Feld äußerst zufrieden gewesen. Auch die Randnotiz, einen Andi Raelert, der auf Platz 8 ins Ziel kam, an diesem Tag geschlagen zu haben, ist sehr erfreulich. Doch im Rennen selbst war ich extrem hungrig auf das Podest und hätte dieses, wenn alles perfekt gelaufen wäre auch durchaus realisieren können. Aber hätte, wenn und aber haben einen noch nie weiter gebracht und so ziehe ich meine Motivation für das kommende Training aus dem noch ausbaufähigen Rennen. In den nächsten 10-14 Tagen gilt es nun jedoch zunächst noch die Wunden meines Missgeschickes zu lecken. Hierdurch habe ich leider einen Großteil meines Nagelbettes an den 2 mittleren Zehen des rechten Fußes verloren, was seine Zeit zum Nachwachsen/Heilen braucht. Doch auch diese Zeit werde ich nutzen um besser zu werden und habe schon einige gute Ideen hierfür ;)

Weiter geht es dann Ende Mai in Saalfelden, wo ich am Freitag gemeinsam mit Jonas Fischer versuchen werde unseren Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. Am Samstag werde ich dann noch über die 55,5 Distanz an den Start gehen und freue mich bereits sehr auf die tolle Veranstaltung in einer traumhaften Gegend.

Die detaillierte Ergebnisliste zum Wettkampf in Buschhütten gibt es hier 

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