Trainingslager die Dritte

von Julian Erhardt (Kommentare: 0)

Da man auch von mir normalerweise nur Positives von den Trainingslagern hört, habe ich mir dieses Mal gedacht, von den Dingen zu berichten die eben auch mal nicht nach Plan gelaufen sind. Alles keine Weltuntergänge aber eben doch auch nicht zu vernachlässigen, was den Stressfaktor angeht. Vielleicht kommt dem einen oder anderen von euch ja eines der Erlebnisse bekannt vor ;)

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Angefangen bei der Anreise, wo man länger als geplant am Steuer sitzt, weil der Mitfahrer nach einer durchzechten Saunanacht noch nicht länger als gute 1,5h fahrtüchtig ist.


Gefolgt von der Ankunft, wo wir zwar als erster Trupp aus dem Chiemgau gegen 10:15 Uhr ankamen, dann jedoch feststellen mussten, dass unser Bungalow erst ab 12Uhr beziehbar war....... Also zunächst mit vollgepacktem Auto ab zum Einkaufen. Die 2 großen Einkaufswägen waren dann auch ziemlich schnell randvoll und die Einkaufsliste abgehackt, also alles gut soweit. Nun kommt wieder der Hacken: Die ganzen Sachen müssen nun ja auch noch in das Auto und dann in der Anlage angekommen, wieder vom Auto ins Bungalow transportiert werden .... Ohne Tüten, größere Kartons oder Taschen eine sehr zeitaufwendige Angelegenheit, wie wir am eigenen Leib erfahren durften....

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Welchen genauen Plan man in Italien mit dem System bei Bettdecken und Bezügen verfolgt, weiß ich ehrlich gesagt bis heute nicht und werde ich wohl auch nie verstehen ... einfach nur nervig, wenn man mitten in der Nacht frierend und ohne einer der 3 Lacken oder was auch immer das genau sein soll aufwacht.

 

Nachdem ich mich vor Ort mehrmals dafür gebrüstet hatte, an was ich dieses Jahr doch alles gedacht hatte und dass wir ja vor Ort noch nie so gut ausgestattet waren wie dieses Jahr, machte ich eine schmerzliche Entdeckung. Da hatte ich doch glatt beim Packen meiner Bekleidung aus dem Schrank eine Schublade übersprungen und folglich sämtliche Laufhosen zu Hause gelassen .... Kleiner Tipp, wenn man dann Boardshorts als Ersatz wählt, sollte man dringend eine Unterhose anziehen sonst .....

 

Die erste Woche war geprägt von vielen hart umkämpften Dartspartien gegen meinen Kumpel Ole. Um dem Ganzen noch das  besondere Extra zu verleihen, beschlossen wir, dass der Verlierer der gesamten Matches am Ende der ersten Woche dem Gewinner eine Pizza seiner Wahl spendieren musste. In einem Herzschlagfinale, wie es im Buche steht, verlor ich nach einem fünfminütigen Shootout auf die Doppelfelder denkbar knapp ....

 

Das Schwimmen im nicht beheizten Außenpool der Anlage gestaltete sich dieses Jahr eigentlich ob der recht hohen Wassertemperatur als ganz angenehm, wenn da nicht die oftmals schmerzhaften Wenden wären. Ohne Leinen oder irgendwelchen sonstigen Markierungen im Pool ging doch auch dieses Jahr wieder die eine oder andere Wende ziemlich schief und sorgte für so manchen blauen Fleck.

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Der Moment wenn man sich am ersten Tag voll motiviert nach der Anreise den Wecker so früh wie möglich stellt und sich dann nachdem der Wecker geklingelt hat nur noch einmal kurz umdreht bevor man aufsteht..... doof wenn es dann schon 1,5h später ist..... Aber der Schlaf ist einfach extrem wichtig und wenn ihn der Körper nicht von selbst bekommt nimmt er sich ihn eben. So war der restliche Tag dann etwas stressiger als eigentlich geplant.

 

Bei Läufen im nahegelegenen Pinienwald schlagen Läuferherzen aufgrund des weichen, gelenkschonenden Bodens höher. Was jedoch in besagtem Wald nicht so gut funktioniert, sind scheinbar sämtliche GPS Uhren von verschiedensten Herstellern.... Flott losgelaufen und dann der Schock nach Kilometer eins.... 5:35min .....whaaaaat...... naja scheinbar hat der nahegelegene Militärstützpunkt keinen guten Einfluss auf den Empfang der Satteliten...... oder sind es doch die müden Beine? Nein das kann natürlich nicht sein, die sind so gut wie immer frisch. Knifflig wird das Ganze natürlich dann auch bei flotteren Intervallen, welche auch wieder in besagtem Pinienwald gelaufen werden, weil viele Vorteile und so! Daher Kontrolle nach 500m bei Fahrtspielen um auch sicher die richtige Pace zu laufen. Ob´s gut geklappt hat? Ich würde mal sagen Schulnote 4! Aber langweilig wird einem so auf jeden Fall nicht und zu Hause wird dann alles wieder konstanter.

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Probleme mit der Technik gab es dann auch noch des Öfteren auf dem Rad. Mein Garmin Edge hat ja die tolle Funktion, wie ein Navi über gewählte Runden zu lenken. Blöd nur, wenn man dann doch häufiger als einem lieb ist in einer Sackgasse landet, oder an einer Kreuzung steht, nicht weiß wo genau man hinfahren muss und das Gerät einem auch keinen Tipp gibt. Wenn dann die Entscheidung für eine Richtung gefallen ist und nach nicht einmal 200 gefahrenen Metern die Meldung „Streckenabweichung“ am Edge erscheint, geht einem die Geduld auf Dauer auch flöten ....

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Wenn ich sagen müsste, wie lange mein letzter Platten her ist, könnte ich keine genaue Aussage treffen, weil dies gefühlt schon Ewigkeiten zurückliegt. Dieses Trainingslager war es dann aber endlich mal wieder soweit. Netterweise ließ sich dann auch der neu eingebaute Ersatzschlauch mit der Handpumpe nicht aufpumpen, sodass auch das gute alte Flickzeug noch zum Einsatz kommen durfte und Minute um Minute verstrich. In selbiger Ausfahrt durften wir zudem noch dreimal 5 Minuten+ an gesperrten Kreuzungen aufgrund eines U23 Radrennens verbringen. So werden am Ende schnell aus 2h auch mal 3:15h bis man wieder zu Hause ist.

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Angekommen in Rimini sollte dann natürlich alles besser werden. Doch auch hier gab es wieder Probleme beim Besichtigen des Radkurses, einen Radsturz, ein 5Sterne Hotel als Unterkunft(oder doch eher 2-3*), .... Am Sonntag dann noch extra früh aufgestanden um noch Freiwasserschwimmen zu gehen, was dann leider bei 10°C Wassertemperatur gekänzelt wurde.....hoffentlich wird das dann in 2 Wochen kein Duathlon....

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Ein schöner Haufen/Berg an Dingen, die nicht optimal gelaufen sind .....am Ende wurde dieser kleine Haufen an negativen Dingen aber immer noch vom großen Mount Everest an geilen Erfahrungen und Lachern in den Schatten gestellt. Wo wir schon beim Wetter sind, das sich dieses Jahr in der Toskana von seiner besten Seite gezeigt hat. Den Großteil der mehr als zwei Wochen hatten wir Temperaturen jenseits der 20 Grad und meist 10 oder mehr Sonnenstunden pro Tag. Da fallen dann auch härtere Einheiten deutlich leichter als zu Hause bei Schnee, zumal ich mal wieder mit den Gebrüder Ager(Ole, Gnedl und Chicky) und Michi „Gchwande“ Gschwendner das rundum sorglos Paket dabei hatte :D Für die sonstige Betreuung waren dann auch noch meine Schwester und meine Eltern vor Ort, sodass auch materialtechnisch und essenstechnisch( besonders Kaffeetechnisch) nichts mehr schief laufen konnte.

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Die Trainingseinheiten liefen nämlich auch allesamt sehr rund und Langeweile kam auf keinen Fall auf. Für den Nervenkitzel zwischendurch sorgten wie schon im letzten Jahr zahlreiche hochklassige Dartsduelle. Dieses Jahr besonders beliebt: Das zwei gegen zwei Match.

 

Abgerundet wurde das Trainingslager am Ende noch von einem zweitägigen Aufenthalt in Rimini, wo ich die Radstrecke noch zweimal abfahren konnte und nun für das Rennen in nicht einmal mehr zwei Wochen ganz gut gerüstet bin.

 

Bei dem starken Feld kann ich in meinen Augen auch nur gewinnen und nicht verlieren, da mich vermutlich die Wenigsten auch nur annähernd auf der Rechnung haben werden. Aber vielleicht liegt ja genau darin der Vorteil für mich.

 

Ich werde berichten!

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